Projekt "Leme"

Projekt "Leme"

Projekt-Partnerschaft in Brasilien ("Projekt Leme")
Die Kolpingsfamilie Haselünne unterstützt ein Projekt der Schwestern vom Orden der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) in Leme, Brasilien. Dieser Orden hat seinen Sitz in Heiligenstadt (Thüringen) und Bestwig (NRW), sowie zahlreiche Konvente und weiter Einrichtungen in Deutschland, Niederlande, Brasilien, Bolivien, Rumänien und Mosambik.
In der brasilianischen Kleinstadt Leme, rund drei Autostunden von São Paulo entfernt, unterhalten die Schwestern eine Kindertagesstätte. Täglich von 6 bis 18 Uhr werden hier 220 Kinder im Alter von null bis zehn Jahren betreut. Die Arbeit zielt darauf ab, Kleinkindern ganzheitlich zur Entfaltung von Leben und Gesundheit zu helfen. Im Rahmen dieser pastoralen Arbeit sollen daher zunächst die Unterernährung bekämpft und Mütter in gesunder Ernährung beraten werden. Darüber hinaus unterstützen die Schwestern arme Familien, z. B. beim Bau eines festen Hauses.
Wir haben Kontakt mit Leme über Theresa Tebben (Kolping-Jugendgruppe Haselünne), die ein halbes Jahr als "Missionarin auf Zeit" vor Ort war.


Oktober 2009

Ein erster Bericht aus Leme, Brasilien
Uns erreichte ein E-Mail von Theresa Tebben als ersten Erfahrungsbericht:

Hilfe, Hoffnung, Heimat für Familien in Leme

Liebe Leser, liebe Freunde

Mein Name ist Theresa Tebben, aus Haselünne, und zurzeit bin ich als Missionarin auf Zeit in Leme, einer Kleinstadt rund 3 Autostunden von Sao Paulo entfernt.

Missionarin auf Zeit?
Ich bin hier über den Orden der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel als Missionarin auf Zeit, das heißt "Mitleben, Mitbeten, Mitarbeiten". Ich lebe zusammen mit den Schwestern und arbeite in Projekten des Ordens. Eins der Projekte begeistert mich besonders, das ist das Projekt: "Häuser statt Hütten"
Bei diesem Projekt wird es Familien ermöglicht, sich eine Existenz aufzubauen. Im Moment sind 8 Familien an dem Projekt beteiligt. Im Grunde leisten die Schwestern eine Hilfe zur Selbsthilfe, was ich besonders toll an diesem Projekt finde.
Sonntags findet der so genannte Maurerkurs statt, wo ein Familienmitglied (Vater, Onkel, Bruder) einer der Familien, für die ein Haus gebaut wurde, wird oder werden soll, mithilft, ein Haus für eine Familie zubauen. So wird auch die Gemeinschaft gestärkt.
Ein gelernter Maurer ist dabei, um den Männern bei Seite zu stehen, und ihnen zu helfen.
Dadurch, dass die Männer der Familien sich gegenseitig unterstützen, wird das Geld für gelernte Maurer gespart.
Die anderen Kosten die anfallen, wie Materialpreis etc. werden von den Schwestern übernommen.

Mein Anliegen ist es nun, ein durch Spenden finanziertes Haus zu bauen, und somit einer Familie die Grundlage einer Existenz zu geben.

Dadurch, dass der Mauerkurs nur sonntags stattfindet, da die Männer in der Woche arbeiten, dauert das Bauen eines Hauses ziemlich lange.
Durch Spenden wäre es möglich, das Bauen des Hauses zu beschleunigen, und somit könnten auch andere Familien früher zu ihrem Haus kommen.

Also Ihre Spende würde nicht nur einer, sondern gleich mehreren Familien zugute kommen!

Ein brasilianisches Haus kann man nicht mit einem deutschen Haus vergleichen. Es ist eher ein Häuschen.
Aber die meisten Familien, bzw. Frauen mit ihren Kindern, da der Vater die Familie meist verlassen hat, und eine Frau und meist 4-6 Kinder allein gelassen hat, leben hier zur Miete in sehr kleinen Hütten, die 1 oder 2 Räume haben, meist ohne Toiletten, die werden dann mit mehreren Nachbarn geteilt! Außerdem ist die Miete sehr teuer, dadurch bleibt nicht viel Geld für Nahrungsmittel über.
Ein Haus kostet ungefähr 3000 Euro.

Mit Ihrer Hilfe können Sie, ganz nach meiner Überschrift, einer Familie Lebensgrundlage, Hoffnung und Heimat geben.

Weiter Informationen über mein Leben hier in Brasilien bekommen Sie auf meiner Internetseite www.theresainbrasilien.blog.de.
Außerdem hat der vorherige Mazler der hier in Leme war einen Blog für den Hausbau gestaltet bei dem ich mich nun auch beteiligen werde.
Dort können Sie auch Fotos anschauen wie die Häuser hier in Leme aussehen.
www.hausbau-in-leme.blog.de

Hier ist die Internetseite des Ordens: www.smmp.de

Spendenkonto:
Konto Nr. 322802
BLZ: 40060265
DKM Darlehnskasse Münster eG
Kontobezeichnung: Generalat SMMP Missionar auf Zeit
Bei der Spendenüberweisung ist es wichtig, dass Sie meinen Namen, also Theresa Tebben mit angeben, damit das Geld an mich weitergeleitet wird.

Für Spenden über 100€ gibt es eine Spendenbescheinigung, für die der Name und die komplette Adresse benötigt wird.
Bei Spenden bis zu 100€ reicht der Einzahlungsbeleg.

Wenn Sie weitere Fragen haben oder noch etwas mehr wissen wollen, dann können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben. t.tebben@web.de

Vielen Dank und Gottes Segen,

Theresa Tebben


November 2009

Weitere Berichte aus Leme
Wir haben von Theresa Tebben weitere Berichte erhalten:

Montag war dann bei uns Allerheiligen und auf Bitte einer Schwester sind wir dann auch zum Friedhof gegangen und haben uns die Gräber der verstorbenen Schwestern angeschaut.
Seit Dienstag zeige ich Hannah ihren Arbeitsbereich!! Es ist wirklich super praktisch nun zu zweit zu sein ... da kann ich nämlich nun auch nachmittags noch Rogerio betreuen, den begleite ich jeden Vormittag zum Fitnessstudio ... da er vor Jahren einmal angeschossen wurde... (man wollte ihm sein Fahrrad klauen) und seitdem ist er körperlich sehr stark beeinträchtigt, er kann nicht richtig laufen und auch in seinen Händen hat er sehr stark Spastik!
Im Fitnessstudio unterstütze ich dann seine Frau dabei, Rogerio von den Geräten zu holen bzw. drauf zu setzen und unterstütze ihn beim Laufen. Was dabei momentan ziemlich cool ist, dass ich merke, dass er gut dabei ist, also beim Laufen. Dann lass ich auch einfach mal seine Hand los, so dass er nur noch von einer Hand gestützt läuft und wenn es super klappt, freut er sich riesig darüber. Was mich natürlich auch riesig freut!!
Ja und jetzt, wo wir zu zweit sind, kann dann einer immer vormittags mit zum Fitnessstudio fahren und einer nachmittags zu ihm nach Hause, um dort auch noch einmal Übungen mit ihm zu machen. Gestern Nachmittag war ich auch mit Hannah bei Rogerio und habe ihm dann vorgeschlagen, nachmittags mal mehr gegen seine Spastik in den Händen zu arbeiten, und er hat sich super drüber gefreut, dass ich das kann (da hat das Praktikum echt was gebracht bei der Ergotherapie)!!

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Am letzten Dienstag war ich dann noch mit einem Mädchen aus der Stadt die Universität anschauen und wurde wieder mal von allen super nett begrüßt und hab mich in ihrem Freundeskreis gleich super wohl gefühlt!!
Zur Uni hier, die Vorlesungen finden immer nur abends statt, im Monat bezahlt man 600 Real für die Uni, was ganz schön teuer ist und auch bedeutet, dass wirklich nur Kinder von wohlhabenden Eltern die Uni besuchen können bzw. die Schüler, die abends zur Uni gehen, tagsüber arbeiten, um sich die Bildung überhaupt leisten zu können, was auch sehr viele machen müssen. Daher denke ich, dass es hier für viele Menschen schwer ist, aus der Armut überhaupt erst einmal ausbrechen zu können.
Dann bin ich am Freitag mit 2 Schwestern schon losgefahren nach Sao Paulo mit dem Bus, da Hannah am Samstagabend angekommen ist! Schon allein die Busfahrt war es wert, dass ich mitgefahren bin.... und außerdem habe ich gelernt, wie das hier mit Busfahren und Metro fahren funktioniert ... eine gute Erfahrung im Hinblick auf unseren Urlaub.
Der Konvent in Sao Paulo ist im Gegensatz zum Konvent hier in Leme echt klein, aber auch ganz schön, und wie kann es anders, die Schwestern sind super nett! Samstagmorgen ging es dann früh raus, um acht bin ich dann mit einer Schwester zu Kirche gegangen und danach hat sie mir in ca. 3 Stunden die wichtigsten Orte und Straßen und auch Kirchen der Stadt gezeigt! Was echt super geil war!! Man hört zwar von vielen, dass Sao Paulo total die hässliche Stadt sein soll, aber ich bin total begeistert!! Die Stadt ist total zwiegespalten, finde ich, auf der einen Seite so eine riesige Metropole voller Hochhäuser und auf der anderen Seite aber immer noch so ein brasilianisches Flair, das zu spüren ist und leider auch die Armut.....

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Heute war ich bei einer Familie, deren 2 Kinder bei uns in der Creche betreut werden, zu Besuch.
Erstmal zu der Familie: Die Familie besteht aus 6 Familienmitgliedern, die in dem Häuschen wohnen. Die Großeltern, der Vater des jüngsten Kindes, die Mutter und 2 Kinder. Die Kinder heißen Ana Clara (7) und Gabriel. Der Vater von dem ersten Kind hat die Mutter verlassen, das ist hier fast immer so.
Die Kinder sind tagsüber bei uns in der Creche! Die Mutter arbeitet in der Woche als Feldarbeiterin, bringt vor der Arbeit ihre Kinder zur Creche und holt sie danach wieder ab. Das alles mit dem Fahrrad, und es ist eine ganz schön lange Strecke bis zu denen nach Hause!!!
Sie arbeitet von Montags bis Freitags auf dem Feld, neun Stunden am Tag (1 Stunde Mittag), bekommt ca. 2 Real als Stundenlohn. Am Samstag hilft sie manchmal noch als Aushilfe in einem Nagelstudio. Insgesamt hat sie ca. 360 Real im Monat.
Der Vater und die Großmutter arbeiten auf einer Orangenplantage! (verdienen zwischen 300 - 350 Real)
Die Miete für das Haus beträgt ca. 150 Real, wobei Strom und Wasser nicht mit einbezogen sind!!!
Also wenn ich jetzt mal alles so umschlage, haben die pro Person nicht ganz 100 Real in Monat, und wenn ich das mit mir vergleiche - also ich brauche so 350 Real im Monat. Dann kann man sich so ungefähr den Lebensstandard vorstellen!!!


Anmerkung: 1 Real ist etwas mehr als 0,38 Euro (Stand: November 2009).


Dezember 2009

"Projekt Leme" gestartet
Beim diesjährigen Kolping-Gedenktag am 06.12.2009 wurde den Mitgliedern der Kolpingsfamilie das "Projekt Leme" noch einmal vorgestellt.
Trotz einiger technischer Schwierigkeiten gelang es, eine Telefonverbindung mit Theresa Tebben in Brasilien herzustellen. So konnten alle Anwesenden direkt von Theresa hören, wie die Verhältnisse dort "vor Ort" sind. Parallel dazu wurden Fotos aus Leme gezeigt.
Die Anwesenden schienen beeindruckt, was man am Ergebnis der anschließenden Spendensammlung sehen konnte. Dieses Geld ist jetzt ein erster Grundstock für weitere Aktivitäten, die im nächsten Jahr folgen werden.
Gegen Ende Februar wird Theresa ihre Zeit in Brasilien beendet haben. Dann ist eine weitere Informationsveranstaltung geplant.

Die moderne Internet-Technik macht es möglich:
Live-Schaltung zu Theresa Tebben in Brasilien


Spendenstand Jahresende 2009
Die Sammlung am Kolping-Gedenktag brachte 550 Euro. Dieser Betrag wurde aus der Kolpingkasse um 300 Euro aufgestockt, so dass als ersten Betrag 850,00 Euro überwiesen werden konnten.
Das war aber nur ein erster Anfang. Bei einer Sammlung nach der Jugendmesse am 2. Weihnachtstag kamen 210 Euro zusammen. Weitere Aktivitäten der Kolpingsfamilie brachten noch einmal 150 Euro.
Bis zum Jahresende 2009 wurden also bisher insgesamt 1210,00 Euro überweisen.
Allen Spendern sei an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank gesagt.


Informationsabend zum "Projekt Leme"
Die Kolpingsfamilie Haselünne hat zu einem Informationsabend am 14. April 2010 eingeladen. Der Saal im Kolpinghaus war gut gefüllt mit interessierten Besuchern, die gespannt einen Lichbildervortrag von Theresa Tebben verfolgten. Sie erzählte von ihrer Arbeit und ihren vielfältigen Eindrücken während ihrer Zeit in Brasilien.
Bei dieser Versammlung wurde erstmals auch ein Vorabdruck des Flyers zum "Projekt Leme" verteilt.


Interview mit Theresa Tebben
Am 23.06.2010 stand im EL-Kurier ein Interview, das die Reporterin Iris Kroehnert mit Theresa Tebben geführt hat.


Gartencenter Lüske unterstützt das Projekt Leme
Wie die Meppener Tagespost am 08.10.2010 berichtete, unterstützt das Gartencenter Lüske bei seinem diesjährigen Weihnchtsmarkt vom 08. bis 10.10.2010 das Projekt Leme der Kolpingsfamilie Haselünne.


Brief von Schwester M. Ludwigis Bilo
Wir erhielten von Schwester M. Ludwigis Bilo, der Koordinatorin der Projekte, einen Brief und eine weitere Erläuterung, in denen sie die Arbeit der Schwestern in Leme und die Wirkung "unseres" Projektes beschreibt.


Benefizkonzert am 23. Oktober 2011
(Plakat anzeigen)
Wie schon im letzten Jahr fand auch in diesem Jahr wieder am 22. Oktober im Kolpinghaus Haselünne ein Benefizkonzert zu Gunsten des Projektes "Leme" statt.

Folgende Gruppen traten live auf:
"The Lampshades" (Rock, Blues, Folk, Pop)
"Madam's Pie" (Akustic-Rock Americana)
Die Gruppe "burnout" musste leider aus Termingründen absagen.

Leider war die Besucherzahl nicht wesentlich höher als im Vorjahr. Die Anwesenden sind aber voll auf ihre Kosten gekommen. Es herrschte eine tolle Stimmung, so dass man sagen kann: Wer nicht dabei war, hat was verpasst!

In der Meppener Tagespost stand am 29.10.2011 ein Bericht zu diesem Konzert.


Leme-Schwestern in Haselünne
Bei der Feier des Kolping-Gedenktages am 09.12.2012 waren 3 Schwestern des Ordens der hl. Maria Magdalena Postel als Gäste im Kolpinghaus. Sie berichteten über ihre Arbeit in Leme und konnten eine weitere Spende über 1500 Euro in Empfang nehmen.

In der Meppener Tagespost stand am 28.12.2012 ein Bericht zu diesem Kolping-Gedenktag.